Kompressionsstrümpfe sind wichtig – auch für den Beinstumpf

Es geht bergauf!

Ich bere­ite mich nach der Tumor-Oper­a­tion auf die Ent­las­sung aus dem kranken­haus vor. Nun heißt es scho­nen und kon­se­quent Kom­pres­sion­sstrümpfe tra­gen. Die gibt es auch für den Stumpf.


Ein „Super Bowl“ mit Schmerzen

Mon­tag, 04. Feb­ru­ar 2019

Vom gestri­gen Tag gibt es nichts weit­er span­nend es zu bericht­en. Mir ging es den ganzen Tag erstaunlich gut. Ich war schon fast eupho­risch und dachte mir, endlich geht es bergauf. Auch wenn ich den ganzen Tag immer wieder darüber nachgedacht habe, wie es weit­erge­ht. Die näch­sten Wochen werde ich ja defin­i­tiv noch ohne Prothese unter­wegs sein, bevor dann die Inter­im­sphase von vorne begin­nt. Was es damit auf sich hat kann man in meinem ersten Beitrag in diesem Blog nach­le­sen: “Aufgeben ist für mich keine Option!”

Von mein­er anfänglichen Euphorie war dann lei­der am Abend nicht mehr viel über. Was zum Teufel ging denn da ab? Eine Law­ine von unerträglichen Schmerzen ließ mich nicht zur Ruhe kom­men. Also schaute ich wie so viele den Super Bowl, in der Annahme ich kön­nte mich ablenken. Nichts passierte, außer das meine Schmerzskala immer mehr stieg. Gegen 3.00 Uhr in der Früh dachte ich mir, jet­zt reicht es aber. Also habe ich nach dem Nacht­di­enst gek­lin­gelt. Da war wohl doch Mor­phi­um notwendig. Nach ein­er guten hal­ben Stunde muss die Wirkung einge­treten sein, und ich kon­nte endlich schlafen.

Heute Mor­gen hat­te ich dann das erste Mal das Ver­lan­gen, mich etwas zurechtzu­machen. Mal nicht auszuse­hen, als ob ich mit einem Gespenst ver­wandt bin…

Heute ist ein Tag, an dem ich sagen würde: Hey, ich möchte nach Hause!

Ich werde es mor­gen bei der Vis­ite ansprechen.

Ich weiß, dass ich hier im Uni­ver­sität­sklinikum Mün­ster rund um die Uhr ver­sorgt bin und zu Hause nicht, aber bekan­ntlich wird man in seinem gewohn­ten Umfeld auch gesund. Wenn ich zu Hause bin, muss ich nur auf­passen, nicht direkt alles nach­holen zu wollen, was ich in den let­zten Tagen ver­säumt habe.

Ob ich das schaffe?

Um mir zu Hause erst ein­mal nicht zu viel zuzu­muten und mir die nötige Ruhe zu geben, habe ich heute den Sozial­dienst ange­fordert. Dieser kann hof­fentlich die nöti­gen Papiere fer­tig machen, damit ich dann für die Anfangszeit eine Haushalt­shil­fe bekomme. Anson­sten ver­bringe ich den Rest des Tages mit lesen, schlafen und fernse­hen.




Die Kompressionstherapie für den Beinstumpf

Dien­stag, 05.02.2019

Die Nacht verg­ing wie im Flug, also muss ich für meine Ver­hält­nisse sehr gut geschlafen haben. Meine Stimme spiegelt aber etwas anderes wider – ich höre mich an, als ob ich die Nacht durchge­feiert habe. Da hat die Kli­maan­lage wohl ganze Arbeit geleis­tet.

Pünk­tlich um kurz nach acht war auch schon die Vis­ite da. Wenn ich so arbeit­en würde wie die Ärztin, mit so einem Unwis­sen… – Prost Mahlzeit! Da muss ich der Ärztin sagen, wann ich mir vorstellen kann, nach Hause gehen zu kön­nen bzw. ihr erk­lären, dass es wichtig ist, dass mein Stumpf auch nach meinem Aufen­thalt weit­er kom­prim­iert wer­den muss. Dafür habe ich gestern noch ein Rezept bei meinem Chirur­gen über einen Kom­pres­sion­ss­tumpf­strumpf ange­fordert. Was für ein Wort.

Der Strumpf funk­tion­iert wie ein nor­maler Kom­pres­sion­sstrumpf. Kom­pres­sion­sstrümpfe – man nen­nt sie auch Stützstrümpfe, orthopädis­che Strümpfe oder fälschlicher­weise Gum­mistrümpfe. Sie sind als wesentlich­er Bestandteil der Kom­pres­sion­s­ther­a­pie ein medi­zinis­ches Hil­f­s­mit­tel, das bei Bedarf vom Arzt verord­net wird und dann durch die Krankenkasse erstat­tet wird. Wichtig ist, dass man sich den Strumpf von seinem Arzt rezep­tieren lässt. Er bewirkt den Abfluss der ange­sam­melten Lym­ph­flüs­sigkeit. In meinem Fall muss der Strumpf maßange­fer­tigt wer­den. Die Stan­dard-Strümpfe sind ja eher für die unteren Extrem­itäten gedacht und nicht für einen Stumpf im Ober­schenkel­bere­ich. Den Ter­min zum Ver­messen habe ich bere­its für Fre­itag organ­isiert. Ich hoffe, dass ich den Strumpf dann so schnell wie möglich bekom­men werde, solange muss ich den Stumpf mit Kom­pres­sions­ban­da­gen wick­eln.

Mein Stumpf sieht jet­zt am zweit­en Tag nach der drit­ten Ther­a­pie ganz gut aus: Der Bluter­guss ist rück­läu­fig, was schon mal sehr pos­i­tiv ist. Für Don­ner­stag ist meine Ent­las­sung geplant. Dafür bekomme ich vom Kranken­haus einen Trans­port gestellt. Tja, und dann heißt es: Zu Hause auf­passen, nicht zu viel machen zu wollen.

Aber ich freue mich, ganz doll auf eine schöne Dusche!

Meine Klam­mern wer­den bei der Ent­las­sung noch drin sein. Diese wer­den früh­estens ab dem 14. Tag gezo­gen. Ich werde dann Anfang kom­mender Woche einen Ter­min bei meinem Chirur­gen aus­machen.

Wenn ich auf die let­zten Tage zurück­blicke, ist es Wahnsinn, wie ras­ant die Zeit ver­gan­gen ist. So schnell ist der „Urlaub” vor­bei. Aber jet­zt geht es bergauf. Ich hoffe, dass ich endlich zur Ruhe kom­men werde und es mein let­zter Kranken­hausaufen­thalt gewe­sen ist.

Die Zeit wird es zeigen…

Wie es genau weit­erge­ht, werde ich dann mit meinen Ärzten besprechen müssen, vor allem auch, wie es mit der Chemo-Ther­a­pie weit­erge­ht. Dafür muss ich mir noch einen Onkolo­gen suchen. Der Tumor hat ja zum Glück nicht gestreut und kon­nte rest­los ent­fer­nt wer­den, aber trotz­dem kann man noch nicht von ein­er Heilung sprechen. Das kann man früh­estens nach 5 Jahren.

Ich werde aber jet­zt nicht die näch­sten 5 Jahre damit ver­brin­gen, darüber nachzu­denken, ob er zurück­kommt!

Ich sehe es als Geschenk, dass es einen so guten Aus­gang für mich hat­te.


Ich würde mich über Reak­tio­nen freuen, wie euch der Ein­blick in mein Inneres gefall­en hat. Vielle­icht gibt es aber auch Anre­gun­gen, über was ich ein­mal schreiben soll.

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3 Antworten auf „Kompressionsstrümpfe sind wichtig – auch für den Beinstumpf“

  1. Schön, dass du wieder zu Hause bist. Zu Hause gen­est man immer noch am Besten. (y) Und Kom­pres­sion­ss­tumpf­strumpf ich echt ein Zun­gen­brech­er 😀

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