Start beim Schwebebahnlauf 2019 – auch mit Handicap

Der Plan ste­ht, das Train­ing auch: Gut 5 Monate nach mein­er jüng­sten Ampu­ta­tion werde ich beim 7. Schwe­be­bahn­lauf in Wup­per­tal starten.

Ich habe mich nach dem Krebs zurück ins Leben gekämpft!

Wie ist es mir in den Monat­en nach der Oper­a­tion ergan­gen? Nach mein­er OP Ende Jan­u­ar habe ich recht schnell – genau nach fünf Wochen – wieder ange­fan­gen zu arbeit­en. Ich fühlte mich so fit, dass ich bere­it war, den Wiedere­in­stieg zu wagen. Zu meinem Vorteil war der erste Arbeit­stag ein Fre­itag, somit für mich nur ein hal­ber Tag. Die Woche darauf ging es dann aber wie gewohnt weit­er, wenn auch ohne Prothese. Diese hat­te ich natür­lich zu dem Zeit­punkt noch nicht, denn der neue Stumpf braucht eine ganze Weile um abzuheilen. Erst nach dem Kon­troll­ter­min Mitte März im Uni­ver­sität­sklinikum Mün­ster kon­nte mein Orthopädie-Tech­niker im San­ität­shaus mit dem Gipsab­druck begin­nen, um den ersten Inter­ims-Schaft zu fer­ti­gen.

Inzwis­chen sind einige Monate ins Land gegan­gen und damit auch der Umstand, dass in der Zeit einige Schäfte gebaut und Anpas­sun­gen vorgenom­men wur­den. Der Stumpf verän­dert sich ger­ade in der ersten Zeit nach ein­er Ampu­ta­tion sehr stark.

Gesund­heitlich geht es bei mir jedoch langsam bergauf. Die let­zte Chemo fand im Mai statt, damit haben auch die Neben­wirkun­gen der Chemother­a­pie nachge­lassen. Mit­tler­weile hat­te ich auch eine Blu­tun­ter­suchung nach Kreb­szellen. Das Ergeb­nis ist super aus­ge­fall­en: alles in Ord­nung.

Kör­per­lich bin ich allerd­ings noch lange nicht fit, beson­ders im All­t­ag macht sich das bemerk­bar. Mein Sport­pen­sum habe ich auf das Nötig­ste reduziert, da mich der tägliche Weg zur Arbeit bzw. nach Hause doch noch sehr anstrengt. Doch trotz dieser Umstände habe ich langsam ange­fan­gen, an den Woch­enen­den wieder zu reisen und das Leben zu genießen.

Warum auch nicht?


Zusammenarbeit mit Össur und der Schwebebahnlauf

Habe ich irgendwelche Pläne? Oh ja, die habe ich!

Das Jahr 2019 bleibt weit­er span­nend.

Aktuell wirke ich bei ein­er Kam­pagne „Life with­out Lim­i­ta­tions“ des Prothe­sen­spezial­is­ten Össur mit – trotz Ampu­ta­tion soll man das Leben ohne Ein­schränkun­gen genießen kön­nen. Wie es damit weit­erge­ht? Lasst euch über­raschen! Bei passender Gele­gen­heit berichte davon.

Außer­dem find­et am 7. Juli 2019 der jährliche Schwe­be­bahn­lauf in Wup­per­tal statt – und was soll ich sagen: Ich werde mit eini­gen Kol­le­gen daran teil­nehmen. Die Strecke von 5 km werde ich natür­lich in einem mod­er­at­en Tem­po zurück­le­gen, also gehend. Das Wichtig­ste ist jedoch, Spaß zu haben, denn ich muss nach so ein­er kurzen Zeit keine Bestleis­tung erzie­len. Aber ich möchte mir selb­st beweisen, dass ich es schaf­fen kann. Ich bin sehr ges­pan­nt wie es mir danach geht und werde selb­stver­ständlich bericht­en. Vielle­icht find­et ja der ein oder andere den Weg an die Strecke und feuert mich und meine Kol­le­gen tatkräftig an. Unter­stützung kann man immer gut gebrauchen.


Tag der offenen Tür bei meinem Arbeitgeber in Wuppertal

Nur drei Tage danach find­et bei meinem Arbeit­ge­ber, einem San­ität­shaus in Wup­per­tal, ein Tag der offe­nen Tür statt, wo jed­er die Möglichkeit bekommt, ein­mal hin­ter die Kulis­sen der Orthopädi­etech­nik zu blick­en. An diesem Tag werde ich jedem Inter­essierten Rede und Antwort ste­hen. Ich möchte allen zeigen, dass viel mehr in uns Men­schen steckt als man sel­ber glaubt. Freude, Glück­lich­sein, Zufrieden­heit und Erfolg hän­gen nicht von Äußer­lichkeit­en wie ein­er kör­per­lichen Behin­derung oder einem unversehrten Kör­p­er ab. Hof­fentlich bin ich der Beweis dafür, dass man einem Men­schen nicht nehmen kann, in jed­er Sit­u­a­tion die pos­i­tive Ein­stel­lung zu sich selb­st zu wahren und damit seine Leben­squal­ität aufrechtzuer­hal­ten.

Ich bin durch meine vie­len Ampu­ta­tio­nen zu ein­er regel­recht­en Leben­skün­st­lerin gewor­den, deren Botschaft ist: Wir haben immer die Wahl zwis­chen Aufgeben oder Weit­er­ma­chen. Und man sollte sich defin­i­tiv fürs Weit­er­ma­chen entschei­den! Egal wie schw­er es auch zu Anfang scheint, es ist der richtige Weg.

Ich freue mich wieder über Kom­mentare oder Fra­gen.

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